D&O-Versicherung – directors‘ & officers‘ liability insurance“

… auch Manager-Haftpflicht-Versicherung oder allgemein: Vermögensschaden-Haftpflicht-Versicherung für Organe juristischer Personen (Aktiengesellschaften, GmbHs, Genossenschaften, Stiftungen, eingetragene Vereine) genannt.

Die D&O-Versicherung wird in der Regel als Versicherung zu Gunsten Dritter abgeschlossen: Das Unternehmen ( = Versicherungsnehmer) versichert seine Organmitglieder (Vorstände, Geschäftsführer, Aufsichtsräte, Beiräte) gegen das Risiko der persönlichen Haftung aus der Organtätigkeit. Darüber hinaus lassen sich auch Prokuristen und leitende Angestellte sowie besondere Führungskräfte versichern. Die D&O-Versicherung ist also eine spezielle Berufshaftpflicht-Versicherung.

Zur Geschichte: Die Idee, das persönliche Haftungsrisiko der Manager von Wirtschaftsunternehmen zu versichern, ist nicht neu. Vor über 100 Jahren legte der Allgemeine Deutsche Versicherungsverein ein entsprechendes Konzept vor. Die Einführung einer solchen Versicherung scheiterte aber 1895 am Verbot des Reichsamtes für das Versicherungswesen– bemerkenswerter Weise aus „moralischen Bedenken“ gegen eine solche Versicherungsdeckung!

D&O-Versicherungen kamen in den 1930er Jahren in den USA auf den Markt. Mit der zunehmenden Internationalisierung und Globalisierung der Wirtschaft ist die D&O-Versicherung auch außerhalb des angloamerikanischen Wirtschaftsraums in großen Unternehmen zur Selbstverständlichkeit geworden. Internationale Aktivitäten (besonders in den USA) und das sich regelmäßig wandelnde Rechtsumfeld von Unternehmen werfen beinahe zwangsläufig die Frage auf, wie sich Unternehmensleiter gegen die Risiken der persönlichen Haftung aus ihrer Tätigkeit versichern können. Einige spektakuläre Skandale gingen durch die Presse, so dass sich der Gesetzgeber zum Handeln veranlasst sah und auch in der Wirtschaft selbst wurde die persönliche Verantwortung von Managern diskutiert. Wesentliche Regelungen wurden unter dem Stichwort „Corporate Governance“ – dabei geht es, grob gesagt, um die Grundsätze verantwortungsvoller Unternehmensführung und die Methoden zur Überwachung von Organisationen – formuliert. Ein entsprechender nationaler Corporate Governance Kodex wurde inzwischen für die Bundesrepublik Deutschland von einer Kommission aufgesetzt.

Die D&O-Versicherung etablierte sich in den letzten beiden Jahrzehnten schnell bei der überwiegenden Mehrzahl deutscher Großunternehmen und bewies, gründlicher als es den Versicherern lieb sein konnte, ihre eigene Notwendigkeit. Es kam zu Schäden und zwar, wie bei großen Industrieunternehmen zu erwarten, in beträchtlicher Höhe.

Bezeichnenderweise resultierten die Schäden seltener aus dem Außenverhältnis (Ansprüche Dritter gegen den Manager), sondern häufig aus dem sogenannten Innenverhältnis zwischen Unternehmen ( = Gesellschafter) und Manager. Das bedeutet, dass die Unternehmen selbst Ansprüche gegen ihre Organmitglieder geltend gemacht haben, um Schäden auszugleichen, die diese durch ihre Tätigkeit verursacht haben. Ein bisschen ironisch wirkt das schon: Die D&O-Versicherung schützt das Unternehmen vor den Folgen mangelnder Professionalität seiner Spitzenkräfte!