Begrifflichkeit

Zunächst ein paar Begriffe, die im Zusammenhang mit der D&O-Versicherung wichtig sind:

  • Vermögensschaden – die Herbeiführung eines geldwerten Nachteils auch durch Vereitelung oder Minderung von Wertschöpfung oder Zugewinn, der keinen Personen- oder Sachschaden darstellt (wie z.B. Betriebsstörungen und/oder Produktionsausfälle/Forderungsausfälle/nachteilige Verträge).
  • Managerhaftung – die Aufgaben und Pflichten der Unternehmensorgane sind gesetzlich geregelt, ebenso, wie ihre Haftung. Alle Führungskräfte haften persönlich mit ihrem pfändbaren Privatvermögen für Schäden, die aus ihrer beruflichen Tätigkeit (Organverschulden) entstehen.
  • gesamtschuldnerische Haftung – Unterläuft (z.B.) einem Vorstandsmitglied ein Fehler, so haften alle Vorstandsmitglieder als Gesamtschuldner und sind der Gesellschaft zum Ersatz des Schadens verpflichtet.
  • Außenhaftung – Haftung gegenüber Ansprüchen Dritter; dazu gehören auch Ansprüche, die Mitarbeiter oder Kunden des Unternehmens geltend machen, für das der Manager arbeitet.
  • Innenhaftung – Ansprüche des Unternehmens, das üblicherweise als Versicherungsnehmer fungiert, gegen seinen ‚eigenen‘ Manager, der die versicherte Person ist.
  • Freistellungserklärung durch das Unternehmen – Bei AGs und eGs unzulässig, bei GmbHs eingeschränkt zulässig. Problematisch in Fällen der Innenhaftung; wirkungslos bei Gläubigeransprüchen im Rahmen einer Insolvenz.
  • Prinzip der Beweislastumkehr – Ist die Schuldfrage strittig, muss das haftende Organmitglied (= die versicherte Person) zeigen, dass es seine Sorgfaltspflichten erfüllt hat. Es muss beweisen, dass es nicht schuldhaft gehandelt hat.
  • Claims made-Prinzip (= Anspruchserhebungsprinzip) – versichert sind Ansprüche, die innerhalb der Vertragslaufzeit entstehen und geltend gemacht werden.
  • Rückwärtsdeckung – es können Ansprüche während der Vertragslaufzeit geltend gemacht werden, die auf Pflichtverletzungen vor Vertragsbeginn beruhen. Nicht versichert sind Ansprüche, die auf Pflichtverletzungen beruhen, die bei Vertragsabschluss bekannt waren oder hätten bekannt sein können.
  • Nachmeldefrist – es können Ansprüche noch nach Beendigung des Vertrages innerhalb eines bestimmten Zeitraums geltend gemacht werden, sofern die zugrunde liegende Pflichtverletzung während der Vertragslaufzeit begangen wurde.